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Das Sammelbecken der Weltliteratur?

1778 publizierte Johann Gottfried Herder die „Stimmen der Völker in Liedern“, von ihm selbst aus vielen Sprachen übersetzt, mit Beiträgen sogar aus Grönland und Peru. Damit hatte Herder die Tradition begründet, die deutsche Sprache zum Sammelbecken der Weltliteratur zu machen.

1797 begann August Wilhelm Schlegel mit der Verdeutschung aller Dramen Shakespeares – „eine der besten Übersetzungen in irgendeine Sprache, die es je gegeben hat“, schreibt die Encyclopaedia Britannica. Sogar für die Engländer war sie ein Anstoß, den lange vernachlässigten Dichter wieder auf den Thron zu heben.

1808 veröffentlichte Friedrich Schlegel (August Wilhelms jüngerer Bruder) sein Standardwerk „Über die Sprache und Weisheit der Indier“, mit dem er dem Abendland das altindische Sanskrit zugänglich machte.

1818 begann Friedrich Rückert mit einer kaum überschaubaren Fülle von Übersetzungen und Nachdichtungen persischer und arabischer Gedichte, Sagen und Märchen.

Die Lust am Übersetzen ist den Deutschen treu geblieben: Nach der Statistik der Unesco wird in keine andere Sprache so viel übersetzt wie in die deutsche – mehr als ins Spanische und Französische, mehr als doppelt so viel wie ins Englische. So lässt sich nüchtern feststellen: Wer das Universum der Bücher aller Völker in einer einzigen Sprache durchstreifen will, der kommt dabei mit Deutsch am weitesten.












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